Taste Of Anarchy Tour

Da VIRALS die Tour bereits im Vorfeld absagen mussten, startet der Abend mit der Kölner Band VITJA. Das Publikum zeigt sich zur frühen Stunde noch verhalten, auch wenn Frontmann Dave sein Bestes versucht, die Besucher zur Bewegung zu motivieren. Nach und nach tauen diese auf, es werden erste Moshpits gestartet und zu Songs wie „Your Kingdom“ von der gleichnamigen EP gemeinsam mit Dave ins Mikrofon gebrüllt. Die Stimmung ist zum jetzigen Zeitpunkt noch lauwarm, was man aber sicherlich nicht der Band zum Vorwurf machen kann. „Lass krachen, Hannover!“, verabschiedet sich Dave, um Platz für MALEVOLENCE zu machen.

Salopp: Auf die Fresse

Nach kurzer Umbaupause ist es bei MALEVOLENCE bereits zu Beginn deutlich voller vor der Bühne und die ersten Violent Dancer finden sich ein. Ja, hier wird anderen im Pit absichtlich in die Fresse geschlagen, um es mal ganz salopp auszudrücken, und der ein oder andere bahnt sich den Weg aus dem Pit zur Seite, humpelnd oder sich die Nase haltend. Aber gut – man weiß ja, worauf man sich einlässt. Auf die Band aus Sheffield haben jedenfalls ganz offensichtlich viele der heutigen Besucher gewartet und so heizt sich die Stimmung ordentlich auf.

Bei AVERSIONS CROWN geht es hingegen wieder deutlich gesitteter zu – allerdings ganz klar nur vor und nicht auf der Bühne: Der Bereich davor ist weitestgehend leer, während die Besucher im Halbkreis versammelt den brachialen Metal Klängen von Frontmann Mark und seiner Band aus Brisbane lauschen. Doch auch hier finden sich einige Besucher schließlich vor der Bühne ein, während Sänger Mark zwischen Screams und Growls wechselt und das Schlagzeug im vollen Galopp den Takt vorgibt.

40 Minuten der völligen Verausgabung

Als schließlich NASTY als Headliner der Taste Of Anarchy Tour die Bühne betreten, gibt es für die Fans von den ersten Klängen an kein Halten mehr. Eine der ersten Ansagen ist eine Entschuldigung dafür, dass für VIRALS kein Ersatz gefunden wurde. Sieben Bands seien angefragt worden, doch einen ganzen Monat lang auf Tour zu sein, ist in erster Linie arbeitstechnisch oft nicht möglich.

Die Besucher sind dennoch bester Laune und Sänger Matthi ist zum Scherzen aufgelegt: „Jeden Morgen, wenn ich aufwache und in den Spiegel schaue, bin ich schockiert darüber, wie hässlich ich bin – der nächste Song heißt „Shokka“!“. Auch eine klare Ansage gegenüber allen Rechtsgesinnten hat der Frontmann parat: „Wenn ihr denkt, dass ihr das Beste seid, dann verpisst euch aus diesem Saal und von unserer Show!“. Dafür gibt es natürlich reichlich Beifall.

Nach rund 40 Minuten der Verausgabung verlassen NASTY die Bühne – eine Zugabe gibt es nicht. Dafür findet Matthi sofort seinen Weg runter von der Bühne zu seinen Fans, um mit ihnen zu sprechen, Merch zu verkaufen und für Erinnerungsfotos zu posieren. Und gerade das ist neben der Musik wohl das große Erfolgsgeheimnis der Band, die ein augenscheinlich zufriedenes Publikum zurücklässt. Damit ist der Auftakt der diesjährigen Taste Of Chaos Tour erfolgreich geglückt.

 

NASTY
[print_gllr id=11473]

AVERSIONS CROWN
[print_gllr id=11487]

MALEVOLENCE
[print_gllr id=11496]

VITJA
[print_gllr id=11504]

Rückblick auf 18 Jahre Bandgeschichte

Schon vor rund einem Jahr hat die britische Band GORILLAZ angekündigt, an einem neuen Album zu arbeiten. Nun nimmt ein möglicher Release weitere Formen an. Seit einigen Tagen blickt die Band nun auf ihre rund 18-jährige Bandgeschichte in Form einer neuen Website sowie Facebook, Twitter und Instagram Posts zurück – natürlich wie Allgemein bekannt als die vier Comicfiguren Stuart “2D” Pot, Noodle, Murdoc Nicclas und Russel Hobbs.

Für Verwirrung sorgte einer der Post mit der Aufschrift “The_End Until Next Time”. Dies könnte sowohl der neue Albumtitel sein als auch andeuten, dass dies das letzte Werk der Briten sein könnte.

Mehrmals täglich posten GORILLAZ jetzt über ihre Kanäle und vor allem auf Instagram fügt sich alles zu einem großen Ganzen zusammen.

? GRAMMY ?

Ein von Gorillaz (@gorillaz) gepostetes Foto am

May, 2010

Ein von Gorillaz (@gorillaz) gepostetes Foto am

Das letzte GORILLAZ Album “The Fall” erschien vor rund sechs Jahren. Das neue, mittlerweile fünfte Studioalbum sollte eigentlich bereits in diesem Jahr veröffentlicht werden, aber Jamie Hewlett – Zeichner der Band – hat angekündigt, dass das Album frühestens 2017 auf den Markt kommen soll. Ein genauer Releasetermin ist allerdings bis dato noch nicht in Sicht.

“Bottom Feeder”

Die australische Metalcoreband PARKWAY DRIVE hat ein neues Video zum Song “Bottom Feeder” veröffentlicht. Zu sehen sind Liveaufnahmen der Band. Der Song stammt vom aktuellen Album “IRE”, das im letzten Jahr auf den Markt kam.

 

Every Time I Die

Nach fast zwei Jahrzehnten immer noch den Antrieb zu haben, neue Songs zu schreiben, zu touren und sich den Arsch aufzureißen für das, was man liebt, kriegen nur die wenigsten Bands hin. Wenn dann auch noch die Qualität konstant auf hohem Niveau gehalten werden kann, kann man die jeweiligen Bands wahrscheinlich an zwei Händen maximal abzählen. Hierzu gehören auch die gestandenen Männer von EVERY TIME I DIE: Die bringen mit „Low Teens“ ihren mittlerweile achten Longplayer auf den Markt.

Innerhalb der Band gab es ja schon einige Besetzungswechsel, aber der jüngste Weggang von Ex-Drummer Ryan Leger aka Legs hat doch schon für einige betrübte Gesichter gesorgt. Man fragte sich, ob so ein verrückter Drummer überhaupt ersetzt werden kann und somit die Songs nicht mehr an glorreiche Zeiten vergangener Alben anknüpfen können. Fragen über Fragen, die nur durch eins geklärt werden können: Zerbrechliche Gegenstände im Zimmer wegräumen, Platz zum moshen schaffen, „Low Teens“ einlegen, volles Rohr aufdrehen und ausrasten.

Los geht’s mit dem Song „Fear And Trembling“: Ein dreckiges Gitarrenintro schmeichelt dem Ohr bis kurze Zeit der völlige Abriss beginnt – es groovt, es kratzt und beißt gehörig. Gerade Sänger Keith Buckley hat wahrscheinlich noch nie so unglaublich angepisst und aggressiv geklungen wie auf dem neuesten Werk der Band aus Buffalo. Kein Wunder, thematisiert er doch auf dem 13 Song starken Album sein Leben und wie die Welt einfach einem Alles nehmen und man nur untätig zuschauen und sich fragen kann „Warum zur Hölle ich?“. Genau diese Verbitterung und Resignation hört man deutlich heraus und macht es einem noch leichter, in die trostlose Welt von Keith einzutauchen.

Um ein weiteres Mal zurück zum Schlagzeuger zu kommen: Mit Daniel Davison (Ex-NORMA JEAN und Ex-UNDEROATH) wurde ein mehr als würdiger Ersatz gefunden, welcher Legs in puncto Verrücktheit und Grooveness in nichts nachsteht. Und (ganz wichtig jetzt) die KUHGLOCKE ist wieder am Start! Zwar nur kurz, aber es zaubert doch ein verschmitztes Lächeln ins Gesicht der Fans vom Album „The Big Dirty” – oder will etwa irgendwer leugnen, dass er beim ersten Kuhglockenschlag von „We’rewolf“ nicht schon völlig durchdreht?

Apropos „The Big Dirty“: Man hat auf „Low Teens“ das Gefühl, dass sich der Fünfer wieder mehr auf alte Zeiten besonnen hat. Wo noch auf „From Parts Unknown“ rohe Kräfte und Chaos herrschten, riecht es hier wieder an allen Ecken und Enden nach gutem alten „Arschtreter-Rock’n’Roll“ mit einer gehörigen Prise Southern Rock und jeder Menge Groove. Aber auch die beliebten chaotischen Ausbrüche gibt es natürlich wieder (man nehme nur den Anfang von „Just As Real But Not As Brightly Lit“ oder „1977“) und grade diese Stellen reißen wie eine Urgewalt alles nieder, was nicht bei Drei ganz schnell die Flatter gemacht hat.

Es geht ja heute bekanntermaßen nichts mehr ohne Gastmusiker und auch EVERY TIME I DIE haben sich jemanden für den Song „It Remembers“ ins Studio geholt – und den hatte man wahrscheinlich überhaupt nicht auf den Zettel. Es ist nämlich niemand Geringeres als Mr. BRENDON URIE von PANIC! AT THE DISCO. „Das klappt doch nie! Da treffen doch zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander!“, mag man da jetzt denken, aber Pustekuchen! Da „It Remembers“ eher getragener und auch dadurch opulenter daher kommt, passt die Stimme von BRENDON URIE mehr als nur gut ins Konzept und macht den Song dadurch noch facettenreicher, als er ohnehin schon ist.

Das Album findet mit „Map Change“ einen unglaublich grandiosen Höhepunkt, der alle schon beschriebenen Stilrichtungen so gekonnt vereint, dass man allein diesen Song für lange Zeit in Dauerrotation hören könnte. Mit „Map Change“ hat EVERY TIME I DIE wahrscheinlich ihren allerbesten Song bis dato abgeliefert und selten hörte ein Album so unglaublich stark und authentisch auf, wie hier auf dem neuesten Werk des Fünfers.

Auch nach fast zwei Jahrzehnten haben EVERY TIME I DIE nichts an Drive und Energie verloren und liefern mit ihrem neuesten Album „Low Teens“ ein verflucht gutes Album ab, das definitiv in keinem Plattenschrank fehlen darf. Wer „Low Teens“ nicht auscheckt, verpasst was… Ernsthaft!

von Sash

“Ailleurs”

Die Posthardcore-Band DECEMBER YOUTH veröffentlichte kürzlich ein Video zu ihrem Song “Ailleurs”. Mit klarem politischen Statement widmen sie sich der aktuellen Flüchtlingsthematik. Besonders bedeutsam dabei ist das Wort “elsewhere”, welches in vielen verschiedenen Sprachen im Bild erscheint. Aus der eigenen Heimat flüchten zu müssen und alles bisherige zurückzulassen erscheint als eine der härtesten menschlichen Entscheidungen.

Die Band äußert sich wie folgt: “Hey everyone! Here’s our new video for “Ailleurs”. This video is not supposed to entertain or to be fun to watch but to raise awareness for the suffering that refugees have to go through while fleeing from their wartorn countries in hope for a better life. Especially in times like these, when right-wing parties all over Europe gain more and more power and the voices of the racist scum seem to become louder, it’s up to us to fight against such fucked up ignorant, stupid, old-fashioned, inhuman views and hold on to one of the most important abilities we have as human beings: empathy. Please share, for this is so important!”

DECEMBER YOUTH supporten DEPARTURES im Oktober auf Tour.

Tourdates
10.10. Berlin, Tiefgrund
11.10. Hamburg, Astra Stuben
12.10. Leipzig, Kulturcafe Manfred
13.10. Köln, AZ Köln
14.10. Illingen, JUZ
15.10. Lüdenscheid, AJZ
16.10. Münster, Baracke

Wir verlosen 3×2 Tickets

Ab dem 28. September touren THE BOUNCING SOULS endlich wieder durch Deutschland. Gemeinsam mit THE MENZINGERS und ROGER HARVEY bespielt die Punkrock-Band acht Clubs der Republik.

Kaum zu glauben, doch die US-Amerikaner sind inzwischen seit fast 30 Jahren in nahezu Originalbesetzung auf den Bühnen dieser Welt zu sehen. Mit ihrem zehnten Album “Simplicity” und Schlagzeuger George Rebelo (HOT WATER MUSIC und (kurzfristig) AGAINST ME!) im Gepäck geht es erneut auf Tour.

Du möchtest zur Show? Bei uns gibt es 3×2 Tickets zu gewinnen. Schicke einfach eine E-Mail mit Deinem vollständigen Namen und der Stadt Deiner Wahl an bouncingsouls@count-your-bruises.de. Einsendeschluss ist der 26. September 2016.

Tourdates
28.09. Hamburg, Markthalle
29.09. Berlin, Lido
30.09. Hannover, Faust
04.10. Köln, Luxor
05.10. Karlsruhe, Substage
06.10. Lindau, Club Vaudeville
07.10. Schweinfurt, Alter Stattbahnhof
08.10. München, Backstage Halle

The Bouncing Souls

Angenehme Klänge zum Feierabend in der Linie 10

Wer heute gegen 18:00 Uhr in der Innenstadt Hannovers oder der Stadtbahnlinie 10 unterwegs war, traf wahrscheinlich auf die Berliner Band Stray Mood. Die Jungs gaben auf der Strecke zwischen dem Hauptbahnhof und Linden Nord eine Kostprobe ihres Könnens. Ein bißchen entspannter, einen Flyer reicher und mit der Info im Gepäck, daß Stray Mood gemeinsam mit Shawn James & The Shapeshifters am 4. Oktober im Café Glocksee spielen, ging es in den wohlverdienten Feierabend. Das Quartett spielte kurz danach ein Set neben der Kröpcke – Uhr.

“Good Times”

John Allen, der Typ, der während er mitten in der Nacht vor einem Hamburger Club stand und seine Lieder trällerte von Frank Turner entdeckt wurde und prompt eine Einladung als Toursupport bekam, veröffentlicht ein Video zu seinem Song “Good Times”.

Der charismatische Musiker mit der unverkennbaren Stimme kündigt das Video mit folgenden Worten an: “Liebe Freunde, endlich ist sie da, die erste Single meines neuen Albums ‘Ghosts’. Entstanden ist das Video auf meiner Acoustic Ghosts-Tour mit Patrick Craig in den ersten beiden Septemberwochen. Vielen Dank an alle, die dabei waren und wer weiß, vielleicht entdeckt ihr euch ja auf dem Video. Das Album ‘Ghosts’ erscheint am 4.11.2016 via Gunner Records auf CD, Doppelvinyl und Digital. Dies ist mein erstes richtiges Musikvideo und damit etwas ganz Besonderes für mich. Ich bin sehr gespannt wie es euch gefällt. ‘Good Times’ heißt der Song und bringt euch hoffentlich viel Spaß.”

“With Clarity”

Das britische Trio LANDMARKS veröffentlicht mit “With Clarity” ein neues Video. Dieses entstand während der zurückliegenden Tour und ihrer Reise nach Irland. Der Song stammt von der kürzlich veröffentlichten “In Spite Of It All”- EP.

Frontmann Brad beschreibt das Video wie folgt: “Thematically it revolves around a friendship that has deteriorated, something I witnessed first hand. A close friend continued to make the same mistake again and again to the point where I felt like giving up on him. But, thankfully, the situation was resolved, he got past it and he’s in a much happier place now emotionally. It was hard to see him going through such bad times – even if it was mostly down to his own bad decisions.”

Captain Planet & NO°RD

Mitgebracht haben sie die Münsteraner/Dortmunder Punkband NO°RD. Der Fünfer eröffnet den Reigen – im mittlerweile schon recht gut gefüllten Saal des Béi Chéz Heinz – etwas später als geplant um 20.45 Uhr. Die Jungs veröffentlichten gerade am 9. September frisch ihr Debüt-Album „Dahinter die Festung“. Erdiger Punk trifft Indie-Attitüde, so ungefähr lässt sich die Musikrichtung von NO°RD am besten beschreiben und den Zuschauern gefällt es anscheinend. Nach einigen Minuten wird hier und da vereinzelnd getanzt und gefeiert, wenn auch noch sichtlich verhalten. Das allerdings liegt wahrscheinlich daran, dass die Band noch kaum einer so richtig auf dem Schirm hat. Es gefällt trotzdem und das spiegelt sich in einem lauten Applaus der Menge wieder.

Nach gut 45 Minuten ist der Spaß vorbei und die Jungs verlassen die Bühne. NO°RD hat definitiv überzeugt und man darf gespannt sein, wohin die Reise für den Fünfer aus Münster bzw. Dortmund-Nord noch gehen wird.

Nach einem kurzem Umbau und Instrumentencheck kommt auch schon der Headliner auf die Bühne. Lange bevor es losgeht merkt man deutlich die steigende Spannung im mittlerweile ausreichend gefüllten Saal des Béi Chéz Heinz. Man kann die Vorfreude der Leute auf CAPTAIN PLANET förmlich aus der hitzegeschwängerten Luft greifen. Kaum ertönen die ersten Töne des Openers „St. Peter“ gibt es kein Halten mehr: Die Menge feiert von Anfang an wild und ungestüm – sehr zu Begeisterung der Band, was mit Zwischenrufen von Sänger Jan Arne („Hannover, genau so muss das“) gebührend gewürdigt wird. Nicht nur neue Songs haben die Hamburger im Gepäck, sondern auch alte Kamellen wie „Hundertzwanzig Sachen“, „Wespenstich“ oder „Rambo“ geben die Jungs zum Besten. Bei allen Songs zeigt sich die Zuhörerschaft textsicher und singt aus voller Brust so laut mit, wie es nur geht.

Als CAPTAIN PLANET die Bühne verlassen wollen, setzen die Zuschauer alles an verbliebener Brüllstärke ein, um noch ein oder zwei Songs gespielt zu bekommen. Da lässt man sich natürlich nicht lumpen und mit „Ohne Worte“ und „Baumhaus“ findet der Abend einen krönenden Abschluss.

Ein gelungener Abend mit tollen Bands, toller Musik und toller Stimmung geht zu Ende. Glücklich tapern die Zuschauer in die Nacht hinaus – so soll es sein. Danke NO°RD! Danke CAPTAIN PLANET!

 

BILDERGALERIE

[print_gllr id=11323]